Letzte Woche Mittwoch bin ich in mein neues Zimmer in einem türkisfarbenem neuen Einzelhaus bei einer Zigeunerfamilie hier in Uzhgorod gezogen. Das Haus befindet sich im gleichen Viertel wie das Hotel – das Viertel heißt Radvanka und wird hauptsächlich von Zigeuner bewohnt.
Die Frau, der das Haus gehört ist die Schwester von A.A.. Sie ist verheiratet und hat aber trotzdem den gleichen Nachnahmen wie er. Aber wahrscheinlich sind auch hier familiäre Verläufe weitreichend und nicht sofort ersichtlich. Neben diesem älteren Ehepaar wohnt hier noch ein jüngeres Pärchen mit ihrem kleinen fünfjährigen Sohn. Beide sind Anfang 20 und er ist der Enkel von oben genanntem Ehepaar. Sie arbeitet in der Küche des Romani Yag Restaurants und er fährt Taxi, die älteren sind Rentner. Das Haus konnten sie gemeinsam Bauen weil die älteren als Überlebende des Holocausts eine Entschädigungszahlung erhalten haben. Um die Betriebskosten am Laufen zu halten müssen sie aber ein Zimmer vermieten. Auf jeden Fall sind alle sehr nett und freundlich. Mit Eztera, der Schwester von A.A. spreche ich Ungarisch, mit dem Enkel (Richard) auch. Mit ihrem Mann (Rudolf) und der Schwiegertochter (Vika) Ukrainisch/Russisch. Der alltägliche Sprachgebrauch der Zigeuner bedarf sowieso einer gewissen Beachtung. Ich habe bis jetzt selten einen Satz gehört, der durchgehend in einer einzigen Sprache gesprochen wurde. Dabei sind die Verben meist auf Romani und die Hauptwörter in Ungarisch oder Ukrainisch/Russisch. Das Prinzip der Verwendung ist ein wenig undurchsichtig. Am besten gefiel mir neulich eine Unterhaltung in der es um das Romani Yag Hotel ging. Das Wort “Gast” wurden dabei auf Ungarisch und “bei uns im Restaurant” wiederholt auf Ukranisch gesagt, während die Unterhaltung sonst auf Romani verlief. Im gleichen Zuge werden wie es scheint alle Endungen weg gelassen und es reicht, wenn man Wörter aneinander reiht, was für mich im Moment die Sache einfacher macht, aber langfristig wahrscheinlich eher kontraproduktiv ist um etwas zu lernen was man auch außerhalb von Transkarpatien versteht.
An dem Tag an dem ich umgezogen bin habe ich dann auch endlich ein kleines weißes UMTS Modem mit Sim-Karte und Flatrate bekommen und kann jetzt in der ganzen Ukraine mobil ins Internet und somit auch Arbeiten, was ich diese Woche auch ganz fleißig gemacht habe.
Wenn alles gut geht können wir den ersten Projektantrag morgen abschicken und gleich mit dem nächsten Anfangen. www.romaniyag.wordpress.com ist gestern online gegangen, falls jemand nähere Informationen zu dem haben möchte, was Romani Yag bis jetzt gemacht hat.