ASF und Amaro Drom e.V. Sommerlager

Bei dem Vorbereitungstreffen hatte ich mir bereits ein Heim angesehen, in das Mädchen aufgenommen werden, die nach dem Erreichen der Volljährigkeit nicht mehr in den staatlichen Heimen bleiben können. Hier lernen sie, wie man einen Haushalt führt, den Garten bewirtschaftet und bekommen weiterführende Schulbildung. Im Vergleich zu den staatlichen Heimen wirkt dieser umgebaute Bauernhof wie das Paradies auf Erden und mir gefiel die Idee, dieses Projekt durch unseren Aufenthalt dort zu unterstützen.

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Uzhgorod 2011 – Erste Eindrücke

Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich genau aus der Ukraine zurück kam, aber die Zeit zwischendurch scheint wie ein Augenblinzeln vorbei gegangen zu sein. Gleichzeit habe ich viele Menschen die mir wichtig sind zwischendurch sehen können: Ostern mit der biologischen und nicht-biologischen Familie an der Ostsee, ein Wochenende mit Wahlverwandtschaft bei Hamburg, ein kurzer Besuch in Leipzig und in Berlin habe ich auch mindestens einen Abend/(Eis-)Essen mit fast allen Menschen verbracht, die mir wichtig sind. Dann gab es die großartige MOM- Party, das Wissen, dass unser Magazin und auch das Interesse daran stetig wächst und ganz bald hoffentlich etwas ganz tolles daraus wird.

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Ungarn/Transkarpatien

Eigentlich war ich mir gar nicht so sicher, ob ich von dieser verhältnismäßig kurzen Reise überhaupt schreiben sollte – bis ich danach gefragt wurde. Und irgendwie ist mir das Schreiben auch noch nie so schwer gefallen. Es geht gegen alle meine Prinzipien nur die negativen Dinge aufzuschreiben, die Tag für Tag auf uns einstürzen, ohne daraus Interventionsmöglichkeiten für die Zukunft zu ziehen. Und das fällt mir hier gerade sehr schwer…

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in den bergen

Nach fünf Tagen im durchaus sommerlichen Vári wurden wir früh morgens von Valera unserem Taxifahrer abgeholt, der uns nach Lupokovo / Ust’ Chorna in die Berge fuhr. Dort ist es wahrlich traumhaft, oder vielleicht eher verträumt, Ausländer wurden in dem kleinen Dorf voller Holzhäuser noch kaum gesehen. Das Dorf ist komplett von Bergen umschlossen und der Weg dorthin qualitativ mit der Schutterpiste nach Szernye zu vergleichen. Die Häuser schlängeln sich in ein bis zwei Reihen am Fluss entlang durchs Tal. Wo man hin sieht befinden sich grüne Hügel, Wiesen, Bäume und Hütten und auf den entfernteren Gipfeln auch noch ein wenig Schnee.

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in vári

Nach einer Woche in Vári, einem ungarischen Dorf direkt an der Grenze zu Ungarn (nur durch die Theiss getrennt) sind wir jetzt in den Bergen angekommen. Wir sind Evi und Verena, wobei Evi eine Fotografin ist, die an einem Fotoprojekt über Innenräume bei den Bewohnern Transkarpatiens arbeitet und Verena diejenige, die ein wenig als Übersetzerin in alle Richtungen einspringt. Die Zeit in Vári haben wir bei einer netten Familie verbracht, die wie 24 weitere Familien im Dorf Gästezimmer in ihren Privathäusern eingerichtet haben, die an Touristen vermietet werden können.

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the state i’m in

Die Verbindung die die Menschen hier zu Institutionen haben ist einfach eine andere. Um in eine hohe Stellung zu gelangen muss man Geld bezahlen, damit man dann, dafür auch mehr Geld bekommt. Und wenn man dafür erst einmal vom Nachbarn, egal wie geliebt oder verhasst er sein mag, einen Kredit aufnehmen muss dann ist das langfristig dennoch eine gute Investition. Der Polizist, der keinen vollen Lohn erhält, regelt die Dinge dann auch gerne unbürokratisch, wenn das seine persönliche Situation etwas erleichtert. Menschen die schwarz auf Baustellen arbeiten werden nach vollendeter Arbeit von den neureichen Arbeitgebern unbezahlt mit der Pistole vom Grundstück verjagt.

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ukraine/slowakei/deutschland/ungarn/ukraine

Bei der Einreise in die Slowakei muss man einige Zollerklärungen ausfüllen. Z.B. über die Zigaretten die man dabei hat, mit Code und Gewicht… das muss man in Ungarn nicht. Aber ich hatte erfahrene Leute dabei, die mir beim Ausfüllen geholfen haben und überraschenderweise alle Ungarisch sprachen, was ich bei dieser Grenze nicht unbedingt erwartet hätte. Offensichtlich wohnen in der Grenzregion in der Slowakei auch sehr viele Ungar_innen. Ob diese doppelte Abhebung zur Zugehörigkeit der jeweiligen Nationalstaaten (Menschen der ungarischen Minderheit pendeln zwischen Ukraine und Slowakei) eine Rolle in ihrem Handeln und Verhalten spielt kann ich nicht sagen, aber von der 3/4 Stunde die diese Grenzüberquerung gedauert hat, könnte ich ewig viele Geschichten erzählen!

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presbyterian women in transcarpathia

Das ist Transkarpatien. Dass in den Ungarisch-sprachigen Dörfern nach der ungarischen Zeit gelebt wird war ich ja schon gewohnt aber, dass in einer Stadt, wo es Läden gibt an denen die Öffnungszeiten stehen und Behörden u.s.w. auch nach ungarischer Zeit gelebt wird hatte ich nicht in Erwägung gezogen. Nachträglich erfuhr ich, dass wohl nicht alle Menschen dort nach ungarischer Zeit lebten, sondern nur die Angehörigen der Reformierten Kirche, was meine Verwunderung auch nicht wirklich legte. Aber es erklärt wahrscheinlich, dass der Pastor mit dem ich den Tag vorher sprach und der in Munkachevo wohnt, wo die Mehrheit nach ukrainischer Zeit lebt, es nicht für erwähnenswert hielt anzumerken, dass es sich um ungarische Zeit handelt. Puh. Zeitzonen nach religiösem Zugehörigkeitsgefühl also.

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