uzhhorod sucht den superstar

Als sie mich sahen, wurde ich gefragt ob ich nicht auch etwas Geld für ihr Singen dazu geben würde. Ich gab einer ihrer Freundinnen Geld und sie lief nach vorne und gab es einem Mann, der es zu dem bereits gesammelten Geld in ein Behältnis tat. Nachdem alle gesungen hatten wurde das Geld gezählt und jede_r Teilnehmer_in bekam den eigenen Teil überreicht. Zum Sieger wurde die Person gekürt, die das meiste Geld gesammelt hatte. Ich war bestürzt über die Einfachheit dieses Konzepts, das ja im Endeffekt jedem die Möglichkeit gab sich den ersten Platz zu kaufen. Wenn man das Geld danach zurück bekommt, müsste man es nicht einmal selber besitzen sondern könnte es sich auch leihen…

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ukraine/slowakei/deutschland/ungarn/ukraine

Bei der Einreise in die Slowakei muss man einige Zollerklärungen ausfüllen. Z.B. über die Zigaretten die man dabei hat, mit Code und Gewicht… das muss man in Ungarn nicht. Aber ich hatte erfahrene Leute dabei, die mir beim Ausfüllen geholfen haben und überraschenderweise alle Ungarisch sprachen, was ich bei dieser Grenze nicht unbedingt erwartet hätte. Offensichtlich wohnen in der Grenzregion in der Slowakei auch sehr viele Ungar_innen. Ob diese doppelte Abhebung zur Zugehörigkeit der jeweiligen Nationalstaaten (Menschen der ungarischen Minderheit pendeln zwischen Ukraine und Slowakei) eine Rolle in ihrem Handeln und Verhalten spielt kann ich nicht sagen, aber von der 3/4 Stunde die diese Grenzüberquerung gedauert hat, könnte ich ewig viele Geschichten erzählen!

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presbyterian women in transcarpathia

Das ist Transkarpatien. Dass in den Ungarisch-sprachigen Dörfern nach der ungarischen Zeit gelebt wird war ich ja schon gewohnt aber, dass in einer Stadt, wo es Läden gibt an denen die Öffnungszeiten stehen und Behörden u.s.w. auch nach ungarischer Zeit gelebt wird hatte ich nicht in Erwägung gezogen. Nachträglich erfuhr ich, dass wohl nicht alle Menschen dort nach ungarischer Zeit lebten, sondern nur die Angehörigen der Reformierten Kirche, was meine Verwunderung auch nicht wirklich legte. Aber es erklärt wahrscheinlich, dass der Pastor mit dem ich den Tag vorher sprach und der in Munkachevo wohnt, wo die Mehrheit nach ukrainischer Zeit lebt, es nicht für erwähnenswert hielt anzumerken, dass es sich um ungarische Zeit handelt. Puh. Zeitzonen nach religiösem Zugehörigkeitsgefühl also.

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im neuen zuhause

Letzte Woche Mittwoch bin ich in mein neues Zimmer in einem türkisfarbenem neuen Einzelhaus bei einer Romafamilie hier in Uzhhorod gezogen. Das Haus befindet sich im gleichen Viertel wie das Hotel – das Viertel heißt Radvanka und wird hauptsächlich von Roma/Zigeuner_innen bewohnt. Die Frau, der das Haus gehört ist die Schwester von meinem Chef. Für mich ist es immer wieder schwierig die genauen Familienverhältnisse zu erkenn, oder sie in meine deutschen Verständnisstrukturen zu übertragen. Zwar gibt es für alle ungarischen Begriffe eine deutsche Übersetzung, dennoch stimmt diese nicht immer mit unserem Gebrauch der Wörter überein.

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erste eindrücke

…Vorhin war ich beim Bahnhof um nach zu sehen, wann morgen früh ein Zug nach Szernye fährt, wo ich dann voraussichtlich über das Wochenende bleiben werde um noch mal Interviews für meine Magisterarbeit zu führen (auch in der Schule). Neben der Arbeit bei Romani Yag und später wohl auch bei Romani Cherchen möchte ich hier nämlich auch meine Magisterarbeit über die Roma/Zigeuner_innen in Szernye schreiben. Die Arbeit daran läuft ganz gut, hab fast all mein Material was ich in den letzten Jahren geschrieben und gesammelt habe gesichtet und gekürzt und noch zu klärende Fragen rausgeschrieben.

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romaküche und arbeitsalltag

Überall um mich herum herrscht sympathisches Chaos. Ich sitze grade auf der Terrasse des Restaurants, das zum Hotel gehört, wollte eigentlich Kartoffelspalten mit Käse essen, stattdessen steht jetzt ein großes Bier und eine Suppe voller Speck und Bohnen vor mir. Lecker schon, aber auf diesem Glibschkram im Mund rum zu kauen klappt trotz größter Bemühungen einfach nicht. Jana und Mark, die so freundlich waren mich aus Deutschland mit all meinem Gepäck für ein Jahr mit dem Auto hierher zu bringen mussten leider nach ein paar Tagen wieder zurück, so dass ich Uzhgorod und meine neue, temporäre Heimat von nun an alleine Erkunden muss.

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bedrückende eindrücke

Wie kann man das Leben in Shutka beschreiben? Wie sieht dort die Realität aus? Ich muss sagen, dass ich nach drei Wochen in Mazedonien nur einen kleinen Einblick in das Leben dort gewinnen konnte. Der hier vorliegende Text ist unter dieser Prämisse zu lesen. Er hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist auch nicht objektiv.

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going out with the big men

Wir befinden uns in einem undefinierten und zumindest schwer zu fassenden Ort, an dem vieles zusammen trifft. Zu viel um es in drei Wochen zu verstehen. An einem Ort, wo außer uns, alle Leute etwas verbindet und dennoch so viel verschiedenes passiert. Dieser Ort könnte überall sein, aber hier ist er besonders. Anders als jeder andere Ort auf der Welt. Die Menschen verbindet eine gemeinsame Herkunft, die für die meisten von ihnen fiktiv sein könnte und es vielleicht auch ist. Trotzdem sind sie alle hier, für den Sommer, ein paar Jahre und vielleicht auch schon ihr ganzes Leben.

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sicherheit

40° oder so. Ich versuche im schattigen Innenhof die Mittagshitze zu überstehen. Das Tor vor mir ist mit Schloss und Kette verriegelt. Gestern Abend war ich kurz alleine hier und bekam sofort Angst, dass einer der Nachbarn, die laut Aussagen unserer Gastgeber_innen keine guten Leute seien und mit Drogen dealten, durch die kleine Lücke zwischen Tor und Vordach klettern könnte um mir irgendetwas zu tun. Absurd. Ich bin mir sicher die haben Besseres zu tun. Trotzdem sitze ich hier hinter meiner Mauer, die mich von dem Leben auf der anderen Seite abschirmt und mir eine gewisse Sicherheit geben sollte – tut dies aber nicht.

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